Was ändert sich mit dem EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung für Unternehmen?

Was in vielen Konzernen – vor allem großen – bereits seit langer Zeit gelebte Praxis ist, ist nun seit Mai 2019 auch für alle anderen Unternehmen in den Fokus gerückt: Mit dem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) müssen alle EU-Mitgliedsstaaten ihre Unternehmen zukünftig zur systematischen Erfassung und Protokollierung der gesamten Arbeitszeiten verpflichten. Bislang war lediglich die Erfassung und Dokumentation von Mehrstunden (alle Stunden, die im Schnitt über sechs Monate eine wöchentliche werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden bzw. pro Tag 10 Stunden überschreiten) sowie die Arbeitsstunden an Sonn- und Feiertagen nötig.

Vielerorts wurde mit dem Urteil zur Arbeitszeiterfassung eine Lawine negativer Kritik losgetreten. Es liegt die Angst im Raum, Flexibilität zu verlieren, neue und moderne Arbeitszeitmodelle mit Homeoffice und mobilem Arbeiten nicht mehr leben zu können. Andere Stimmen wiederum sehen das Urteil als längst nötige Konsequenz der bislang gültigen Regelungen, die durch eine fehlende Arbeitszeiterfassung oft wirkungslos bleiben. Denn die Annahme liegt nahe, dass in Unternehmen mit Vertrauensarbeitszeit und ohne Zeiterfassung mehr gearbeitet wird. Wird die Arbeitszeit in Unternehmen generell nicht dokumentiert, leidet oft der Überblick über die geleisteten Stunden. Hier mal ein paar Überstunden mehr, dort Emails, die abends von Zuhause aus beantwortet werden – die Grenzen verschwimmen. Wer stellt hier den Schutz der Arbeitgeber sicher, die Begrenzung der täglichen Maximalarbeitszeit oder die Einhaltung von Ruhe- und Pausenzeiten?

Die Vorteile moderner Zeiterfassung

Der Angst nach weniger Flexibilität kann der Wind aus den Segeln genommen werden. Arbeitswelt 4.0 mit modernen Arbeitsmodellen, mobiles Arbeiten im Home-Office? Mit einem zum Unternehmen passenden und vor allem zeitgemäßen Zeiterfassungs-Tool stellt das kein Problem dar.

Die Arbeitszeiterfassung kann damit leicht an die Mitarbeiter selbst delegiert werden und HR-Abteilungen entlasten. Mit einem entsprechenden Mitarbeiterportal können die Mitarbeiter ihre Kommen- und Gehen-Zeiten sowie Pausen, Dienstgänge oder ähnliches ganz simpel mittels PC, Terminal oder auch mobil per Handy selbst erfassen. Auch das Stellen von Urlaubsanträgen, Tauschwünschen oder Krankmeldung u.v.m. sind darüber möglich. Durch eine digitale Zeiterfassung können Personalprozesse stark optimiert werden: Abläufe werden systematisiert, die Datenqualität wird erhöht und Fehleinträge reduziert. Insgesamt werden die Abläufe bei verbesserter Prozesskontrolle schneller. Gibt es ein solches Mitarbeiterportal auch noch als mobile Variante, können sämtliche Vorteile auch unterwegs genutzt werden. Am Ende werden beide Seiten, sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen, von dem EuGH-Urteil profitieren. Denn: In unserem digitalen Zeitalter ist es für Arbeitgeber nur schwer möglich, die Arbeitszeiten seiner Mitarbeiter zu kontrollieren und seiner Verantwortung – der Einhaltung der Arbeitszeitgesetzte – nachzukommen. Die Folge sind oftmals hohe Belastungen auf Seiten der Arbeitnehmer, Druck durch dauernde Erreichbarkeit und im schlimmsten Fall gesundheitliche Einschränkungen. Die systematische Erfassung der Arbeitszeiten schafft eine Transparenz, die am Ende der Gesundheit der Arbeitnehmer zuträglich ist. Kombinierte Systeme mit weiteren Funktionen wie Diensttauschmöglichkeiten u.ä. schaffen weitere Vorteile und sorgen langfristig für eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit.

Wann müssen Unternehmen reagieren?

Aktuell erarbeitet die deutsche Bundesregierung einen entsprechenden Gesetzesentwurf, mit dem voraussichtlich frühestens Ende dieses Jahres zu rechnen ist. Für Unternehmen empfiehlt es sich, den Gesetzgebungsprozess im Auge zu behalten, um so frühzeitig reagieren zu können. Sie möchten sich schon jetzt über eine passende Zeiterfassungslösung informieren? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.